Zusammenfassung
Wenn man keine Lust hat viel zu lesen und/oder man Wissen schnell auffrischen möchte
In unseren Beinknochen sitzen Zellen, die die mechanische Last erfassen.
Ist ein Mensch durch eine Gewichtsweste einer höheren Last ausgesetzt, senden die Knochenzellen (Osteozyten) bestimmte Signale an das Gehirn, welche in der Folge dazu führen, dass man weniger Hunger hat und der Stoffwechsel angekurbelt wird.
Hier mal 3 Studien zu Gewichtswesten:
Estudio Número 1
In der ersten Studie (RCT) hat man Teilnehmern eine Gewichtsweste mit entweder 1% zusätzlichem Gewicht in Relation zum Körpergewicht tragen lassen oder 11%. Und das täglich für 8h, für 3 Wochen.

Ergebnisse
Die Gruppe mit 11% des Körpergewichts Zusatzgewicht hat signifikant, oder eher gesagt sehr, sehr viel mehr Fett in den 3 Wochen verloren und sogar noch Muskeln aufgebaut, während die andere Muskeln verlor (aber statistisch unsignifikant).
In so kurzer Zeit Fett zu verlieren, ohne wirklich viel an Muskeln zu verlieren, ist beeindruckend.
Исследование номер 2
Zweite RCT (randomisierte, kontrollierte Studie), die Intervention:
- ca. 6kg Gewichtsweste
- 6,6 Stunden am Tag
- 6 Monate
- Kontroll- und Interventionsgruppe waren auf einer strikten hypokalorischen Diät: 1000-1300kcal
Besonderheit: Die Gruppe musste die Gewichtsweste 6 Monate tragen, wurde aber 24 Monate nach Beginn der Studie nochmal untersucht.

Ergebnisse
Beide Gruppen haben ähnlich viel Gewicht verloren während den 6 Monaten – wenig verwunderlich bei der zu geringen Kalorienzufuhr.
Es muss dazugesagt werden, dass der Körper bei viel zu wenig Kalorien extrem gestresst wird, vermutlich alles herunterfuhr und die maximale Fettverbrennung bereits ausgeschöpft war.
Aber…
2 Jahre nach Beginn der Studie hat man die Teilnehmer erneut untersucht, und die mit der Gewichtsweste hatten im Gegensatz zur Kontrollgruppe halb so viel Gewicht, wie sie verloren hatten, wieder drauf gepackt.

Studio numero 3
In einer Tierstudie konnte ein sogenanntes körpereigenes Gravitostat identifiziert werden, welches das eigene Gewicht wahrnimmt.
Man hat Mäuse mit einem Zusatzgewicht von 15% ihres Körpergewichts beladen. Sie haben im Gegensatz zur Kontrollgruppe innerhalb von 14 Tagen ca. 8% ihres Körpergewichts verloren.
Interessanterweise haben die Mäuse ungefähr das Gewicht verloren, welches sie zusätzlich tragen mussten.

In der Regel ist es so, dass wenn man seinen Kalorienverbrauch mit Bewegung erhöht, man automatisch mehr Hunger bekommt, weshalb Bewegung alleine keine gute Strategie zur Gewichtsreduktion ist und im Optimalfall mit einer Ernährungsumstellung ergänzt werden sollte.
Fazit & Tipps
- Mit Gewichtswesten hat man wahrscheinlich weniger Hunger, einen höheren Metabolismus und nimmt deutlich einfacher ab.
- Es ist möglich, ohne Ernährungsplan oder Kalorientracken (oder zusätzlichen Sport) Fett zu verlieren.
- Die Teilnehmer liefen einen Großteil des Tages mit der Weste herum, jedoch reicht es vermutlich, wenn man sowieso einmal am Tag lange spazieren geht, die Weste mitzunehmen – schließlich ist da die Last auf die Osteozyten gegeben.
- Diese Informationen könnten den Sport Bodybuilding tatsächlich sehr verändern, leider hängt die Szene oft hinterher, was Wissenschaft betrifft.
- Ich kann meine Großmutter und meine Eltern jederzeit mit Gewichtsweste spazieren schicken, um ihre Gesundheit ohne hohen Aufwand zu verbessern. Krafttraining (zusätzlich) wäre aber immer noch besser.
Quellen
(1)
Increased weight loading reduces body weight and body fat in obese subjects – A proof of concept randomized clinical trial.
Ohlsson, Claes et al. eClinicalMedicine, Volume 22, 100338
Zur Studie
(2)
Does weighted vest use during weight loss influence long-term weight loss maintenance? A pilot study in older adults living with obesity and osteoarthritis.
DeLong, C., Nicklas, B.J., Beavers, D.P. et al. Int J Obes 49, 1662–1665 (2025).
Zur Studie
(3)
Body weight homeostat that regulates fat mass independently of leptin in rats and mice.
Jansson JO, Palsdottir V, Hägg DA, Schéle E, Dickson SL, Anesten F, Bake T, Montelius M, Bellman J, Johansson ME, Cone RD, Drucker DJ, Wu J, Aleksic B, Törnqvist AE, Sjögren K, Gustafsson JÅ, Windahl SH, Ohlsson C. Proc Natl Acad Sci U S A. 2018 Jan 9;115(2):427-432. doi: 10.1073/pnas.1715687114. Epub 2017 Dec 26. PMID: 29279372; PMCID: PMC5777058.