Meine Hypothese ist, dass in den nächsten Jahrzehnten die Organisation von persönlichen Informationen aller Art immer wichtiger wird. Je besser der Überblick und die Struktur da ist, desto einfacher hat man es in vielen Lebensbereichen.
Das „Second Brain“-Konzept
Das Buch „Building a Second Brain“ von Tiago Forte geht auf die zentralen Probleme der Neuzeit ein: die enorme Informationsflut. Wir verarbeiten heute ca. 34 GB an Informationen pro Tag. Die Kernidee dabei ist, dass unser Gehirn dazu da ist, Ideen zu haben, statt sie zu behalten.
Laut einer Definition ist ein Job im Prinzip das Bewegen von Masse über die Erdoberfläche oder dessen Delegation. In der Neuzeit zählen jedoch vor allem Informationen hinzu. Deren Management und Ordnung vereinfachen diesen Prozess massiv.
Struktur als Fundament für Erfolg
Ein zweites Gehirn dient als Anleitung, mit Notizsystemen alle Lebensbereiche – von Gesundheit, Finanzen und Versicherungen bis hin zu Steuern, persönlichen Notizen und ToDo-Listen – zentral festzuhalten und vor allem sinnvoll zu verknüpfen.

Datenanalyse: Von Palantir zum persönlichen Bereich
Das umstrittene Unternehmen Palantir zeigt, wie mächtig Datenstrukturierung ist. Es wird von der Polizei, dem Militär, Anti-Terror-Behörden sowie Finanz- und Pharmaunternehmen genutzt. Laut Informatikprofessoren ist der Erfolg kein „Hexenwerk“, sondern basiert darauf, Daten in die richtige Form zu bringen und Muster zu erkennen.
Diesen Ansatz können wir auf den persönlichen Bereich übertragen:
- Gesundheit: Gewicht, Essverhalten, Blutwerte über Jahre hinweg tracken.
- Optimierung: KIs können diese Daten nutzen, um Pläne zu optimieren oder Krankheiten frühzeitig zu erkennen.
- Finanzen: Systematische Erfassung ermöglicht präzisere Prognosen und Management.
Ordnung und Erfolg
Einige Studien deuten darauf hin, dass die Ordentlichkeit von Menschen im Schnitt mit ihrem Erfolg korreliert. Während oft Beispiele wie Einstein als „chaotische Genies“ angeführt werden, zeigen die Daten, dass dies eher Ausnahmefälle sind. Auch sie würden vermutlich von mehr Struktur profitieren.
Ein extremes Beispiel für den Drang nach Ordnung war Adolf Hitler, der auf eine fast psychotische Art und Weise ordentlich und ekelsensitiv war – sowohl persönlich als auch als Diktator. Er strebte nach absoluter Einheitlichkeit in Militärhierarchien, Uniformen und sogar im deutschen Volk.
Notion als Betriebssystem für das Leben
Ich persönlich nutze Notion, um mein Leben, meine Unternehmen, Projekte und mein Wissen zu managen. Während Laien es oft für eine simple Notizsoftware halten, ist es in Wahrheit ein mächtiges Datenbankmanagementsystem.
Großunternehmen wie Pixar und Loom nutzen die Plattform zur Zentralisierung komplexer Workflows und Wissensdatenbanken. Für Selbstständige dient es als CRM und Content-Kalender. Es ermöglicht die Konsolidierung mehrerer spezialisierter Anwendungen in einer einzigen Lösung.
„Notion hat sich als ein vielseitiges, allumfassendes Workspace-Tool etabliert, dessen signifikante Vorteile sich über verschiedene Anwendungsbereiche erstrecken.“
Der Nachteil: SPOF
Es gibt jedoch ein Risiko: den SPOF (Single Point of Failure). Zwar haben Unternehmen wie Notion Backups auf verschiedenen Servern, aber man ist nicht gegen einen eventuellen Bankrott der Firma abgesichert. Es ist daher essenziell, sich mit eigenen regelmäßigen Backups zusätzlich abzusichern.
© David Leipi